The Fascination of Lehfeld´s Paintings - von Cezannes Bahndurchstich und Klimts Katze 🐈

 


 Links: Émile Bernard: Paul Cézanne in seinem Atelier (1904), via Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Rechts: [M.Meier: Holger Lehfeld in seiner Atelierwerkschau/Galeriehaus (2006);Bearb. H.Lehfeld.🐈

 

 An Cezanne hat mir schon immer gefallen, daß er seine Malerei weitergesponnen hat. Nicht unbedingt die Bilder selbst.

Von eher dunkleren, pastos-figurativen Darstellungen hin zu helleren Naturdarstellungen und einer kubistischen Auffassung der Natur (Große Badende/Mt. St.Victoire/Steinbruchbilder)entwickelte sich sein Malstil.

Ein Bild, das diese Entwicklung am Deutlichsten kennzeichnete war wohl sein Gemälde "der Bahndurchstich" von 1870, in dem er zu neuer Farbigkeit fand. Er selbst war damals 39 Jahre alt.

Ähnlich geht es mir mit meinem 2tlg. Bild "Station" von 2006, das ich 136 Jahre später gemalt habe, indem u. a. (wie es der Zufall will) eine Bahnstation (jetzt fertiggestellte?) dargestellt ist. Eine menschliche Wegmarke, ein Bahnwärterhaus, ist nahe der Gleise erleuchtet. 

Damals war ich 38 Jahre und entwickelte mich in einen neuen Lebensabschnitt, indem Malerei an erster Stelle stand.

Die ganze Szenerie des auf zwei Leinwänden gemalten Bildes scheint sich von der Nacht (linke Hälfte) mit seiner künstlichen Beleuchtung in den beginnenden Tag hin(auf der rechten Bildhälfte)fortzusetzen.

Auch hier, ähnlich wie bei Cezanne, ist ein Haus (Symbol Mensch) zu sehen, eingebettet in eine Natur-Landschaft, die scheinbar Frieden mit der fortschreitenden Technik (dominierende Leuchtmasten, Gleise etc.) gemacht hat und selbst Teil einer heraufdämmernden neuen Zeit geworden ist.

Ein Sujet, das ich in den letzten 20 Jahren in abgewandelter Form immer wieder in meinen Bildern bearbeitet habe. 

An der Station selbst hingegen scheint es dennoch die Möglichkeit zu geben auszusteigen die Spur zu wechseln oder umzudrehen. Zumal der Zug noch gar nicht an dieser Grenze angekommen ist.

Die Entscheidung weiter auf den Gleisen, in eine technisch fremdbestimmte Zukunft zu fahren oder den Weg zu den Hügeln und in die Natur einzuschlagen, um aus dieser Beobachterposition neue Perspektiven für die Zukunft (für das Morgen) zu gewinnen, entscheidet jeder für sich.

Somit ist das Thema Mensch - Natur - Technik weiterhin eines der relevantesten Themen der Menschheitsgeschichte und aktueller denn je. Cezanne wusste das damals auch schon. Und ich weiß es auch.

 H. Lehfeld (2026) 

 


Station, 2tlg. je 120 cm x 100 cm


Moriz Nähr, Gustav Klimt mit Katze, um 1911. Bildquelle: Wikimedia Commons / Public Domain.
Acrylbild von Holger Lehfeld: Nachtkatze, Mümmelchen 2014. Nürnberg Atelier Paumgartnerstasse

Foto links: Moriz Nähr, Gustav Klimt mit Katze, um 1911. Bildquelle: Wikimedia Commons / Public Domain.
Foto rechts: Holger Lehfeld, Nachtkatze (Mümmelchen), Acryl auf MDF-Platte, 2014

 Ein weiteres Beispiel wie ich mich über Jahrhunderte hinweg von der Kunstgeschichte inspirieren lasse, ist das bekannte Foto von Gustav Klimt mit Katze in seinem Atelier-Garten in der Wiener Vorstadt von Moritz Nähr um 1911. Das Thema dieser anrührenden Naturverbundenheit greife ich auf und male es 2014 mit Acrylfarben in meinem damaligen Atelier in der Paumgartnerstraße Nürnberg. 
Scheinbar geisterte diese Idee schon längere Zeit in mir herum, um letztendlich durch einen äußeren Trigger realisiert zu werden. Das kann durch eine Begegnung mit einer Katze im Hinterhof gewesen sein oder durch das flüchtige Durchblättern einer Zeitschrift oder eben doch die Erinnerung an dieses Foto? 

Das bleibt ein Geheimnis der Inspiration.

Holger Lehfeld (2026) 🐈

 

 

 

 

 

 

 



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